Impuls zu Ostern

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G E D A N K E N
Christi Passionszeit beginnt nicht erst in der Leidenswoche, sondern mit dem ersten Tage seiner Predigt. Sein Verzicht auf das Reich als ein Reich dieser Welt ist nicht erst in Golgatha, sondern von Anfang an vollbracht. Und diesen Gedanken soll unsere Erzählung Ausdruck geben (Lukas 4, 5-8).

Jesus hätte Herr der Welt sein können. Er hätte als der erträumte Messias der Juden Israel befreien und zu Ruhm und Ehre führen können. Ein merkwürdiger Mann, dem noch vor Beginn seines Wirkens die Herrschaft über die Welt angeboten wird. Und noch merkwürdiger dadurch, daß er dieses Angebot ausschlägt. … Er weiß, daß er für diese Herrschaft einen Preis zahlen muß, der ihm zu hoch ist. Es geht auf Kosten seines Gehorsams gegen Gottes Willen. … Er bleibt der freie Sohn Gottes und erkennt den Teufel, der ihn knechten will.

»Du sollst Gott, deinen Herrn, anbeten und ihm allein dienen«. Jesus weiß, was das heißt. Es heißt Niedrigkeit, Schmähung, Verfolgung, heißt unverstanden bleiben, heißt Haß, Tod, Kreuz. Und er wählt diesen Weg von Anfang an. Es ist der Weg des Gehorsams und der Weg der Freiheit. Denn es ist der Weg Gottes. Und darum ist es auch der Weg der Liebe zu den Menschen.

(Dietrich Bonhoeffer, 1909-1945, deutscher Theologe)

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